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Zahnbehandlung ohne Schmerzen? Mit welchen Methoden der Angst begegnet werden kann

Fünf Prozent der Menschen in Deutschland vermeiden den Besuch beim Zahnarzt. Aus Angst. Doch es gibt nicht nur diese Angstpatienten, deren Leiden Dentalphobie genannt wird. Auch Menschen ohne diese ausgeprägte Panik fürchten sich vor dem Zahnarzt, immerhin 75 Prozent quält das Angstgefühl, wenn der Zahnarztbesuch naht. Doch es gibt Methoden, um das Leid zu lindern. Denn schließlich ist auch Zahnärzten klar, dass sie auf die Emotionen ihrer Patienten eingehen müssen.
Zahnbehandlung ohne Schmerzen? Mit welchen Methoden der Angst begegnet werden kann
  • Viel zu lachen mit Lachgas bei der Zahnbehandlung?
  • Drei weitere Möglichkeiten, den Zahnarztbesuch zu erleichtern
  • Digitalisierung als Hilfe für Angstpatienten?
  • Bringen diese Methoden wirklich Hilfe für Angstpatienten?

Ein Überblick.

Viel zu lachen mit Lachgas bei der Zahnbehandlung?

Lange Zeit ging das Gerücht um, wer Lachgas verwende, komme aus dem Lachen nicht mehr heraus. Das ist jedoch pure Legende, und es wäre auch nicht sehr praktisch, wenn es so wäre. Wer pausenlos während der Zahnbehandlung lacht, kann kaum stillsitzen, wie man sich vorstellen kann. Dennoch zeigt Lachgas eine eindrucksvolle Wirkung.

Denn es entspannt so sehr, dass es angstlösend wirkt. Mittels einer Gesichtsmaske bekommt der Patient das Lachgas, das nur wenige Augenblicke braucht, bis es seine Wirkung entfaltet. Der Patient spürt die nun folgende Betäubungsspritze faktisch nicht mehr, sie kann ihn also auch nicht belasten. Für den Zahnarzt ist Lachgas auch deshalb eine gerne verwendete Methode, weil der Patient nach wie vor voll ansprechbar ist.

Zusammenfassung: Lachgas bringt zwar Patienten nicht zum Lachen, wirkt aber sehr entspannend und angstlösend.

Drei weitere Möglichkeiten, den Zahnarztbesuch zu erleichtern

Zahlreiche Fortschritte auf dem Gebiet der Zahnmedizin führen dazu, dass Patienten – auch Angstpatienten – mit einem besseren Gefühl in die Praxis gehen können. Sie seien hier aufgeführt:

Schonende Behandlungsmethoden

Hypnose

Um Beklemmungen abzubauen, bietet sich auch die Hypnose an. Sie führt zu einer gewissen inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Nötig ist dafür ein speziell ausgebildeter Zahnarzt, der den Patienten unter seiner Anleitung dazu bringt, durch die Fokussierung auf ein besonders angenehmes Erlebnis einen Zustand von Ausgeglichenheit und Entspannung zu erreichen. In der Folge verringert sich der Pulsschlag, die Atmung nimmt ebenfalls einen ruhigen Rhythmus auf. Wie in einer Art Trance nehmen Schmerzwahrnehmung und Angstgefühle ab, der Zahnarztbesuch verliert seinen ursprünglichen Schrecken.

Laser statt Bohrer

Der Bohrer fristet ein angsteinflößendes Dasein. Allein das Wissen um ihn löst bei vielen Angstpatienten ein Gefühl der Panik aus. Wohl auch deshalb wird er nach und nach immer mehr von der Lasertechnik verdrängt, die insgesamt angenehmer ist und zudem auf die störenden und beängstigenden Bohrgeräusche verzichtet.

Ultraschall-Behandlung

Für die Behandlung von Parodontitis war bisher die unangenehme „Handarbeit“ des Zahnarztes nötig. Nur so konnten mit speziellen Werkzeugen Ablagerungen entfernt und die Zahnfleischtaschen behandelt werden. Durch Ultraschall kann auch diese Behandlung weitgehend schmerzlos und sanft durchgeführt werden.

Für den Zahnarzt ist durch die Ultraschall-Behandlung weniger Kraftaufwand nötig, der Patient kann einen operativen Eingriff vermeiden.

Zusammenfassung: Dank moderner Methoden gibt es auch für Angstpatienten heute gute Möglichkeiten, eine weitgehend schmerzfreie Behandlung zu erfahren.

Digitalisierung als Hilfe für Angstpatienten?

Alle Welt spricht von der Digitalisierung. Industrie 4.0 oder Automatisierung und Robotisierung sind ebenso ein Thema wie Künstliche Intelligenz oder das sogenannte „Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT)“. Warum also nicht eine Zahnarztpraxis 4.0?

Der Weg in die digitale Praxis ist steinig, aber er ist auch erfolgversprechend, wie dieser Erfahrungsbericht zeigt. Was aber ändert sich für die Patienten, besonders für Menschen mit Dentalphobie? Genannt seien hier die 3D-Technologie und der digitale Abdruck.

  1. Was ist mit der 3D-Technologie gemeint?

Im Zusammenhang mit Zahnbehandlungen kommt die sogenannte "Computer-Aided Design And Manufacturing"-Technologie zum Einsatz. Sie wird mit „CAD/CAM“ abgekürzt und ist ein Produktions-System, das computergestützt arbeitet. Durch diese Technologie kann Zahnersatz – also Brücken, Kronen oder Inlays – sehr viel einfacher und schneller berechnet werden, gegenüber der klassischen Herstellung von Zahnersatz bietet das erhebliche Vorteile. Qualitätseinbußen sind kein Thema, und für die Patienten wird es als sehr angenehm empfunden, dass dank der computergestützten 3D-Technologie nur eine einzige Sitzung nötig ist, danach können die Planung und die Fertigung sofort umgesetzt werden.

  1. Was ist der digitale Abdruck?

Zunächst sei erwähnt, was der digitale Abdruck nicht ist. Denn der bisher notwendige Löffelabdruck, der für die Abformung des Gebisses gemacht werden musste, ist durch den digitalen Abdruck nicht mehr erforderlich. Stattdessen wird mittels eines digitalen Fotos gearbeitet, das durch eine intraorale Kamera angefertigt wird. Das Bild bietet dann die Informationen, die gebraucht werden, um durch die Zuhilfenahme einer 3D-Grafik das persönliche Zahnmuster zu erfassen und anhand der bioenergetischen Daten den neuen Zahnersatz zu berechnen. Nachdem alle Daten an eine elektrische Schleifeinheit übergeben worden sind, kann der Zahnersatz innerhalb von 15 bis 30 Minuten hergestellt werden.

Zusammenfassung: Auch in der Zahnmedizin ist die Digitalisierung angekommen. In den nächsten Jahren wird sich dieser Weg ganz sicher weiter fortsetzen.

Bringen diese Methoden wirklich Hilfe für Angstpatienten?

Das ist die große Frage. Denn bei Menschen mit Dentalphobie geht es ja nicht nur um rein technische Fragen. Die Angst sitzt sehr tief, und so liegt es auf der Hand, dass sie nicht einfach durch pragmatische Erkenntnisse behoben werden kann.

Man kann davon ausgehen, dass Angstpatienten, die nach vielen Jahren das erste Mal wieder eine Zahnarztpraxis betreten, selbst die sanftesten Methoden keine wirkliche Besserung garantieren. Weil die Angst im Kopf sitzt, im Herzen fest verankert ist und sich nicht so ohne weiteres abstellen lässt, nur weil die Zahnmedizin sich weiterentwickelt hat.

Für zahlreiche Patienten ist daher zunächst der Weg über die Vollnarkose womöglich der bessere. Doch wenn „das Schlimmste“ (nämlich der erste Gang nach jahrelanger Zahnarzt-Abstinenz) überstanden ist, tanken viele Menschen mit Zahnarztangst Selbstvertrauen und fassen neuen Mut. Die hier beschriebenen Methoden sind also keine Möglichkeit, mit der Dentalphobie ein für alle Mal Schluss zu machen. Aber sie bieten gute Perspektiven, um in Zukunft besser mit der Problematik umgehen zu können.

Zusammenfassung: Sanfte Methoden sind oft erst im zweiten Schritt eine Hilfe für Menschen mit Zahnarztangst. Dennoch können sie helfen, mit der Angst Schritt für Schritt besser umgehen zu lernen.