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Forschung: Weniger Angst, bleibender Stress

Für Betroffene ist sie einfach unerträglich. Für Zahnärzte eine echte Herausforderung. Und für Forscher ein sehr spannendes Feld. Die Zahnarztangst. Bekannt ist, dass viele Menschen davon betroffen sind. Weniger bekannt ist, woher die Dentalphobie kommt. Und bei wirksamen Methoden im Umgang mit ihr stoßen Fachleute regelmäßig an ihre Grenzen. Susanne Faber hat sich der Zahnarztangst auf dem Wege der Forschung genähert. Die damalige Doktorandin wurde für die Ergebnisse 2015 auf dem Deutschen Zahnärztetag ausgezeichnet.
Forschung: Weniger Angst, bleibender Stress

Angstüberwindung durch Therapie

Was Susanne Faber in ihrer Doktorarbeit interessiert hat, war die Frage, ob sich Zahnarztangst mittels Therapie überwinden lässt. Faber, die ihre Doktorarbeit für die Universität Witter/Herdecke geschrieben hat, kam zu interessanten Erkenntnissen. Sie fand heraus, dass sich die Angst tatsächlich mit der Hilfe von therapeutischen Werkzeugen reduzieren lässt. Der Stressfaktor bleibt allerdings dennoch gleich hoch.

Wichtigste Erkenntnis: Das Gefühl wird besser

Durch umfangreiche Tests fand Faber heraus, dass Psychotherapie in der Lage ist, das subjektive Angstempfinden der Patienten zu reduzieren. An den objektiven Effekten ändert das zwar nichts. Der Körper reagiert mit und ohne Therapie gleichsam gestresst. Doch die gestärkte Psyche führt dazu, dass die Patienten besser mit der Angst umgehen können. Um auch objektiv messbare Erfolge verzeichnen zu können, rät Faber zu einer länger angelegten Psychotherapie.

Frau Fabers Problem

Die Forschungsarbeit von Susanne Faber hatte es mit einem gewaltigen Problem zu tun: den Patienten. Denn einerseits können Forschungen über Dentalphobie nur unter Mitwirkung der Betroffenen durchgeführt werden. Andererseits aber ist es naturgemäß das Wesen der Zahnarztangst, dass Menschen, die unter ihr leiden, nicht zum Zahnarzt gehen. Und wenn sie es doch tun, weil der Leidensdruck zu groß wird, heißt das noch lange nicht, dass sie sich zur Verfügung stehen, um an einer Studie wie der von Susanne Faber teilzunehmen.
Die Doktorandin hat es aber damals geschafft. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen arbeitete sie an ihrem Thema und kam zu Ergebnissen, die für Zahnärzte ebenso bedeutsam sind wie für Patienten. Die Auszeichnung des Deutschen Zahnärztetages hat sich Susanne Faber redlich verdient.